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Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

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Nachrichten der Kirchengemeinde

Worte zur Aktion "Urlaubskirchen 2020" von Pastorin Uta Möhr

10.05.2020 | Kurz bevor Corona uns fest in den Griff nahm, war ich noch wenige Tage verreist. Die letzte Februarwoche verbrachte ich in Münster, um die Stadt kennenzulernen und meinen Sohn zu besuchen.
Was mir zuallererst auffiel, waren die Fahrräder, Münster wird ja auch die Fahrradhauptstadt Deutschlands genannt. Sie stehen wirklich überall: auf den Gehwegen, an Häuserwänden, in Fahrradparkhäusern, an Fahrradständern und daneben. Am Bahnhof sogar in Doppelstockfahrradständern, unglaublich! Und ich dachte, es wäre wie bei uns: tagsüber sind sie irgendwo angeschlossen und nachts stehen sie dann im heimischen Keller. Aber dort ist das anders. Dort stehen die Räder Tag und Nacht auf der Straße, und dazwischen fahren sie natürlich manchmal auch…
Aber das will ich Ihnen nur am Rande erzählen.
Kirchengeschichtlichen interessiert, wie ich bin, lernte ich eine mir bis dahin nur recht nebulös in Erinnerung haftende Seite der Kirchengeschichte Deutschlands kennen.
Im Zuge der Reformation waren die Bewohner Münsters mehrheitlich lutherisch geworden.
Nun gab es aber eine Reihe von Theologen, denen die lutherische Lehre nicht weit genug ging. Sie waren der Meinung, eine Taufe kann nur gültig sein, wenn ein Mensch sich selbst zum christlichen Glauben bekennt, also im entsprechenden Alter selbst sagt: ja, ich will getauft werden, ich will Christ sein.
Damit erklärten sie die Säuglingstaufe für ungültig und begannen, die Menschen noch einmal zu taufen, wieder zu taufen. Die Gemeinschaft der Wiedertäufer entstand. Da diese Glaubensrichtung vor allem auch in den Niederlanden verfolgt wurde, zogen sich die „Täufer“, wie sie genannt wurden, 1534 in Münster zusammen und errichteten dort ihr eigenes Reich, mit eigenen Gesetzen, einem eigenen König.
Sie verjagten zunächst die Katholiken und später auch die Lutheraner aus der Stadt.
Die Katholiken belagerten jedoch die Stadt und konnten sie 1535 einnehmen. Den drei führenden Köpfen der „Täuferbewegung“ machten sie den Prozess und verurteilten sie zum Tode. Sie wurden hingerichtet und ihre sterblichen Überreste in eisernen Käfigen am Turm der St. Lambertikirche im Zentrum der Stadt aufgehängt - zur Abschreckung. Diese eisernen Körbe hängen noch immer am Turm der größten -nun katholischen - Kirche der Stadt. Wenn Sie genau hinschauen, können Sie sie weit oben erkennen. Zugegeben, diese Geschichte ist aus einem dunklen Kapitel der Kirchengeschichte, aber dennoch bin ich beeindruckt, beeindruckt von dem Ernst, mit dem sich die Menschen damals mit ihrem Glauben auseinandergesetzt haben, die eine wie die andere Seite, und wie ernst sie die Taufe genommen haben, ebenfalls die eine wie die andere Seite. Mancher Weg führte dabei in die Irre, auch auf der einen wie auf der anderen Seite. Das sei uns heutigen Menschen Lehre.
Vielleicht waren Sie ja auch im Urlaub und haben eine Kirche fotografiert? Wenn Sie sogar die Geschichte der Kirche kennen, dann schreiben Sie die doch auf zur Veröffentlichung auf unseren Internetseiten.
Sie mussten Ihren Urlaub stornieren? Das ist sehr schade! Vielleicht erkunden Sie dann in diesem Jahr mal die nähere und mittel - weitere Umgebung in unserem eigenen (Bundes)land. Es hat so viel Schönes zu bieten!! Und so manche Kirche, die man noch nie entdeckt hat. Viel Freude auf Ihrer Entdeckungsreise!
Ihre Pastorin Uta Möhr

Datum
10.05.2020
Von
Pastorin Uta Möhr
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