SCHLIESSEN

Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

Predigt Pastorin Uta Möhr

Andacht zu Neujahr 1.1.2018

13.01.2018 | Begrüßung :
Gottes Friede sei mit uns allen! Amen
Seien Sie herzlich begrüßt zu dieser Andacht zum Beginn des neuen Jahres.
Gestern haben wir uns hier versammelt, um das alte Jahr zu beenden. Wir haben zurückgeschaut und uns erinnert, wir haben es zurückgelegt in Gottes Hand, aus dem wir es vor einem Jahr genommen haben.
Nun schauen wir auf das neue, auf den Weg, der vor uns liegt. Wir bitten um Gottes Geleit.
Wir beten:
Guter Gott, wir kommen zu dir am Anfang dieses neuen Jahres. Wir fragen uns:
Was wird es bringen?
Was von uns fordern?
Wir wissen es nicht.
Wir bitten dich: sei uns nahe und lass uns erfahren, was bleibt in unserem Kommen und Gehen.
In deiner Hand liegt unsere Zeit. Lass dein Licht darauf fallen, segne alle unsere Tage.
Amen

Predigt:
Liebe Gemeinde,
die Jahreslosung für dieses neue Jahr 2018 steht in der Offenbarung des Johannes:
Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21,6
Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Ich möchte die Jahreslosung mal ein ein bisschen sezieren und ich fange in der Mitte an:
dem Durstigen – wenn ich Sie jetzt fragen würde: Sind Sie durstig? Dann würde Sie vermutlich sagen – ne, gerade nicht. Wir haben Kaffee getrunken, bevor wir hierhergekommen sind. Oder Sie würden sagen; ja schon. Vielleicht denken Sie bereits darüber nach, welcher Durst gemeint sein könnte, wenn nicht der Durst nach einem Getränk. Wissensdurst fällt mir ein. Als Kind brauchte ich ständig Futter in Form von Büchern, in Form von Erklärungen, in Form von neuen Wissensvermittlung. Ich bin gerne zur Schule gegangen, wenn ich dort Futter bekam. Wenn nicht, dann nicht.
Es fällt mir so etwas wie Durst nach Gemeinschaft ein. Viele Menschen in Lütten Klein sind oft verzweifelt einsam und finden aber keinen Weg dorthin, wo ihr Durst gelöscht werden könnte.
Und Durst – da werden Sie mir beipflichten, Durst haben wir alle schon mal kennengelernt und das ist schlimm. Die Zunge klebt am Gaumen, man kann nicht schlucken, man kann nicht reden und alle Gedanken kreisen nur noch um Wasser. Durst ist schlimmer als Heimweh – heißt ein Sprichwort. Und Durst im übertragenen Sinn – also wenn mir etwas lebensnotwendiges fehlt in meinem Leben, wie z.B. Gemeinschaft oder Zuwendung, Anerkennung, ist genauso schlimm
Lebendiges Wasser wird uns angeboten, nichts brackiges, abgestandenes, nichts schmutziges, verseuchtes, sondern lebendiges Wasser. Das klingt gut, das klingt nach Leben, nach sprudeln. Und es tropft nicht irgendwo aus dem Hahn, sondern es kommt direkt aus der Quelle.
Wir haben vorhin die Geschichte der Samariterin am Brunnen gehört. Da wird viel deutlich, worum es geht. Die Samariterin ist alleine am Brunnen, weil alle anderen nichts mit ihr zu tun haben wollen. Sie ist eine Fremde, hat einen etwas anderen Glauben. Aber sie sehnt sich nach Gemeinschaft. Um die zu bekommen, müsste sich allerdings in der Gesellschaft etwas ändern. Die ungeschriebenen Gesetze, das, was MAN nicht tut, müsste aufbrechen, aufgebrochen werden. Darauf hofft sie schon fast nicht mehr. Vielleicht wird ihr ihre Einsamkeit hier am Brunnen besonders deutlich, denn normalerweise treffen sich die Frauen und gehen gemeinsam zum Brunnen, sie schwatzen miteinander, und freuen sich, dass sie sich treffen. Nur mit ihr – der Fremden schwatzt niemand.
Jesus spricht sie an. Er bittet sie um Wasser, was schon allein eine Sensation ist, denn Juden, wie Jesus einer war, haben keine Gemeinschaft mit den Leuten aus Samarien, und Männer schon nicht mit fremden Frauen. Die Frau ist durstig nach dem Messias, auf ihn wartet sie, auf ihn hofft sie, sie ahnt – dann wird sich etwas ändern.
Jesus gibt sich ihr zu erkennen und schon tritt Veränderung ein: Sie lässt ihren Krug stehen und läuft zurück ins Dorf. Sie hat plötzlich keine Angst mehr vor den anderen Frauen, es ist ihr egal, ob sie mit ihr reden wollen oder sich wieder abwenden und sie stehen lassen Was sie erlebt hat, ist größer und wichtiger als alle menschliche Befindlichkeit. Sie ist nicht mehr durstig. Es gibt leider kein deutsches Wort wie trinksatt – aber Sie werden verstehen, was ich meine.
Wenn wir diesen Satz der Jahreslosung heute aufschreiben würden, dann hieße er wahrscheinlich:
Gott spricht, ich will allen, die Durst haben, das lebendige Wasser aus der Quelle umsonst geben.
Das wäre unser gutes flüssiges Deutsch. Es klingt wie ein Werbeslogan und ich sehe die Getränkefirma XY ganz klar vor mir: Wir geben unser Wasser umsonst. Für Bier und Limo müsst ihr aber bezahlen. Und wie ich die Firmen in Deutschland kenne, werden die sich das schon richtig hinrechnen.
Aber der Übersetzer, in diesem Fall wird es Martin Luther gewesen sein, hat diesen Satz etwas sperrig gelassen, weil er deutlich machen will, worum es hier geht.
Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Gott spricht: ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers – gut das kann ich mir so anhören. Subjekt, Objekt, Prädikat. Und dann kommt das Wort umsonst.
Da haben wir es wieder: umsonst – ein Geschenk. Es könnte natürlich auch vergeblich heißen, so wie: es war alles umsonst, aber das heißt es hier nicht. Hier heißt es im Sinne von Geschenk. Ich kann es nicht taxieren, oder ich kann es taxieren, so viel ich will – ich kann es nicht aufrechnen und Gott nichts gleichwertiges zurückgeben. Es ist kein Tauschhandel.
Übersetzt heißt es: Gott gibt mir, die ich Durst habe (und vielleicht noch nicht mal gemerkt habe, wie durstig ich bin), völlig kostenfrei, gratis, geschenkt, das, was meinen Durst löscht.
WOW!!
Ich wünsche uns allen, dass wir dieses Geschenk annehmen und dass wir zulassen, dass es etwas mit uns macht. Denn als Beschenkte leben wir anders, dankbarer und großherziger unseren Nächsten gegenüber.
Amen



Datum
13.01.2018
Von
Pastorin Uta Möhr
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