SCHLIESSEN

Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

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© KG Lütten Klein / Jean Wlodarczyk

Predigt Pastorin Uta Möhr

Friedensgottesdienst mit Predigt 11.11.2018

12.11.2018 | Gottesdienst zur Friedensdekade 11.11.2018 um 10.00 Uhr Dorfkirche Lichtenhagen

1. Gospel Lord I cried
2. Begrüßung
3. Lied HUT 294 sanfter Gott
4. Psalm 67 HUT 647
„Ehr sei dem Vater und dem Sohn...“
5. Kyriegebet und 178.11 (Herr, erbarme dich!)
„Ehre sei Gott in der Höhe!“
„Allein Gott in der Höh...“
6. Gebet
7. Anstelle der Lesung: Zur Friedensdekade
8. Lied HUT 240 sei getrost
9. Lesung NT Matth. 26/51-56
10. Gospel the kingdom of god
11. Predigt
12. Themenlied Friede sei mit uns (Mel. 316)
13. Glaubensbekenntnis Friedensbekenntnis nach Seoul
14. Gospel Sanftmut den Männern
15. Abkündigungen
16. Dankopferlied HUT 177 wenn das Brot, das wir teilen
17. DOG
Fürbittgebet
18. Überleitung zum Kerzen anzünden
19. Segenslied HUT 232 Herr, wir bitten, komm und ...
20. Segen
21. Gospel we shall overcome


Begrüßung:
Pastorin Anke Kieseler: Gottes Friede sei mit uns allen! Amen
Seien Sie herzlich begrüßt zu diesem Bittgottesdienst für den Frieden. Mit dem heutigen Sonntag beginnt in Deutschland die Friedensdekade, die bis zum Buß – und Bettag am 21.11. dauert.
10 Tage, in denen wir in unserem Alltagsgeschäft innehalten sollen, um uns bewusst zu machen, dass Frieden nicht selbstverständlich ist – in vielen Teilen der Welt nicht und in unserem eigenen Land auch nicht.
Pastorin Uta Möhr: „Stell dir vor, es ist Krieg und niemand geht hin” das war ein Slogan, der mich durch die Friedensdekaden der 80er Jahre begleitet hat. Und wie nahe waren wir damals einem 3. Weltkrieg und wie wenige wagten in der DDR „Nein” zu sagen und sich einzusetzen für Abrüstung und für wirklichen Frieden.
Einige Jahre später war der Slogan „Keine Gewalt” und „Wir sind das Volk” Grund dafür, dass die Revolution von 1989 friedlich blieb. Nur wenige Menschen haben das im Vorfeld für möglich gehalten.
Immer mehr Menschen haben „Nein” gesagt, „Ich mache da nicht mit.” Sie haben mit ihren friedlichen und gewaltfreien Protesten ein totalitäres, gewaltbereites Regime und ein ganzes System in die Knie gezwungen.
Pastorin Anke Kieseler: „Stell dir vor, es ist Krieg und niemand geht hin” - das ist eine tiefe Sehnsucht in den Menschen: in Frieden alt werden, sehen, wie die Kinder und Enkel friedlich aufwachsen. Dass keine Mutter Angst haben muss um ihren Sohn, ihre Tochter, die bei Polizeieinsätzen Leben und Gesundheit riskiert oder im fernen Afghanistan den Kopf hinhält in einem Krieg, der mit diesen Mitteln nicht zu gewinnen ist.
Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des dreieinigen Gottes, der Leben gibt, Leben erhält und Frieden will. Amen


Kyriegebet mit 178.11:
Gott, du siehst unsere Unfähigkeit zum Frieden in der Welt. Menschen leiden an Menschen.
So kommen wir zu dir und breiten vor dir aus, was uns das Herz schwer macht und uns ängstigt:
Wir bitten: Herr, erbarme dich!
Herr, erbarme dich...

Gott, unsere gesellschaftlichen Verhältnisse sind so, dass rechtes Gedankengut immer neue Nahrung findet.
Wir beklagen die Perspektivlosigkeit der jungen Menschen, wir beklagen, dass Arbeit sich oft nicht lohnt und kaum zum Lebensunterhalt reicht und dass die Politiker nichts ändern. Wir sehen Sackgassen und Flickwerk. Gute Ideen werden durch Bürokratie ausgebremst. Es herrscht die Angst, dass durch die große Zahl der Schutzsuchenden in unserem Land uns etwas von unserem Wohlstand weggenommen werden könnte.Wir bitten: Herr, erbarme dich! Herr, erbarme dich...

Gott, es tut gut, dir klagen zu dürfen, aber wir müssen uns auch immer wieder daran erinnern, dass du uns Verantwortung gegeben hast für unser Leben, für unsere Welt, für unseren Mitmenschen. Wir ruhen uns aus auf dem Kissen: Wir können nichts tun. Haben wir denn schon alles probiert, was unsere Gesellschaft, unser weltweites Miteinander menschenfreundlicher macht, dass das Leben lebenswert ist für alle? Welche Schritte sind wir gegangen?
Wir bitten: Herr, erbarme dich! Herr, erbarme dich...

Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung!
Ehre sei Gott in der Höhe! Allein Gott in der Höh...

Gebet:
Barmherziger Gott, dein Wort weckt in uns neue Zuversicht. Wenn uns Zweifel befallen und uns der Mut verlässt, stärkst du unseren Glauben und sprichst uns neue Hoffnung zu.
Wenn wir träge und selbstgefällig werden, und vor unserer Verantwortung fliehen, rüttelst du uns auf und spornst uns an zum Einsatz für andere. Dein Wort hält uns lebendig, deshalb bitten wir dich: erfrische und bewege uns und nimm uns hinein in deinen Frieden durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen



Zur Friedensdekade 2018:
Das Thema der diesjährigen Friedensdekade heißt: „Krieg 3.0“.
Dieses Motto erinnert ein wenig an die nächste Handy – Generation, meint aber etwas völlig anderes als die neuesten technischen Spielereien. Dieses Motto meint den neuesten technischen Ernst.
Krieg 3.0 heißt übertragen nicht nur eine bloße Fortentwicklung, sondern ein ein Sprung, eine qualitativ neue Dimension des Krieges.
Ich lese aus dem Grußwort des Friedensbauftragten der EKD Renke Brahms:
Die Ökumenische Friedensdekade weist zu Recht in diesem Jahr auf die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung kriegerischer Waffen und die damit verbundenen Gefahren hin.
Ziel muss eine internationale Ächtung automatischer
Waffensysteme sein. Im August 2017 haben sich über hundert namhafte IT-Unternehmer und Unternehmerinnen und Forschende im Bereich künstliche Intelligenz in einem offenen Brief an die Vereinten Nationen für ein Verbot der Killerroboter ausgesprochen. Mit ihnen würde – nach der Erfindung des Schießpulvers und der Atomwaffen –
die dritte Revolution der Kriegsführung beginnen.
Auch Nichtregierungsorganisationen wie Human Rights Watch fordern ein Verbot sowie die Internationale
Kampagne zum Stopp von Killerrobotern ...
Die Digitalisierung macht uns auch in unserem Alltag angreifbar. Kriminelle nutzen diese Möglichkeiten,
um staatliche und zivile Infrastruktur anzugreifen. Darauf muss die Politik antworten und sich verteidigen, aber dies ist nicht automatisch eine Sache des Militärs.
Die militärische Sicherheitslogik darf nicht zum Paradigma werden, sondern eine entsprechende Aufrüstung im Cyber-
Raum muss menschliche Sicherheit im Sinne eines Zivilschutzes in den Fokus rücken.
„Unsere“ Antworten auf einen „Krieg 3.0“ müssen
auch „Frieden 3.0“ sein! Die evangelische Friedensethik ist geprägt vom Vorrang für Zivil und Prävention.
Gewaltfreie Methoden der Konfliktbearbeitung sollen durch zivile Friedens- und Entwicklungsdienste für die Wiederherstellung, Bewahrung und Förderung eines nachhaltigen Friedens genutzt werden, nach dem Grundsatz:
„Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten.“
Der Vorrang für Gewaltfreiheit muss eingefordert, gefördert und umgesetzt werden!


Lesung:
Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus und zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen. Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken? Wie würde dann aber die Schrift erfüllt, dass es so geschehen
muss?
Zu der Stunde sprach Jesus zu der Schar: Ihr seid ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich gefangen zu nehmen? Habe ich doch täglich im Tempel gesessen und gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen.
Aber das ist alles geschehen, auf dass erfüllt würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen.
Matthäus 26,51-56






Segen:
Möge Gott Dir immer geben, was Du brauchst:
Arbeit für Deine fleißigen Hände,
Nahrung für Deinen hungrigen Leib,
Antworten für Deinen fragenden Geist,
Freude und Liebe für Dein warmes Herz
und Frieden für Deine suchende Seele.
So segne dich Gott, der Allmächtige und Barmherzige
+ der Vater, der Sohn und der heilige Geist. Amen



Predigt:
Pastorin Anke Kieseler:
Wir haben eben aus dem Matthäusevangelium eine Begebenheit gehört, die sich zutrug, als jesus gefangen genommen wurde. Ein Jünger Jesu streckte die Hand aus und zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen.
Dies ist nicht Krieg 3.0. Dies ist nicht mal Krieg 1.0. Ich muss an Kinder beim Spielen denken, für die ein Stock zum Schwert oder Gewehr oder sonst einer Waffe werden kann. Mit Schwertern und Stangen sind sie ausgezogen, um Jesus
festzunehmen. Ein klarer Fall von übertriebener Aufrüstung. Denn wie geschickt Jesus beziehungsweise seine Jünger mit dem Schwert umgehen können, zeigt das Schicksal des bemitleidenswerten Knechtes. Die bei Jesus waren, sind
keine erfahrenen Kämpfer. Statt dem Feind den Kopf abzuschlagen, erwischen sie nur das Ohr.
Das blutet sehr und tut auch weh, aber lebensbedrohlich
ist es nicht. Die Szene im Garten bei der Gefangennahme Jesu wirkt beinahe wie eine Parodie auf die Kunst des Kriegshandwerks. Statt dass Köpfe rollen, segeln hier Ohren zu Boden.
Wenn es noch einen Beweis für die Friedfertigkeit der Nachfolger Jesu gebraucht hätte, hier wäre er. Sie sollen gar kein Schwert mitnehmen, hatte Jesus ihnen gesagt, als er sie losgeschickt hat, nicht einmal einen Stock. Nichts, was als Waffe gebraucht werden kann. Denn sie sollen den Frieden in die Häuser, die Dörfer und Städte bringen.
Dazu sind sie unterwegs. „Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen“, das sagt er jetzt, als sie übertrieben aufgerüstet kommen, um ihn gefangen zu nehmen und auch einer seiner Jünger das Schwert zieht.
Wer Waffen hat,wird immer in Versuchung sein, sie auch einzusetzen. Und Gewalt erzeugt nur neue Gewalt.
Damals, im Garten, war Jesus noch unter ihnen und konnte verhindern, dass es unter den Umstehenden nach dem Grundsatz „Ohr um Ohr“ weiterging. Wer weiß, vielleicht hätte er in einem dann entstehenden Handgemenge sogar unbemerkt fliehen können? Aber darum geht es ihm nicht.
Die Gefangennahme Jesu im Garten ist eine Inszenierung von Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit.
Folgt man der Darstellung des Matthäusevangeliums, dann hat Jesus das von Anfang an gelehrt.
Am berühmtesten sind wohl seine Worte aus der Bergpredigt: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist, ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘: Ich aber sage euch: Wenn dich jemand auf deine rechte Wange schlägt, dem biete die andere auch dar.“ (Mt5,38f.) Das Alte Testament begrenzt die Gewalt. Jesus verbietet die Gewalt ganz und gar. Und die Einwände dagegen kamen sofort. Sie werden bis heute erhoben. „Mit der Bergpredigt kann man keine Politik machen“ ist der bekannteste unter
ihnen.
Auch das Schwertwort aus der Szene von der Gefangennahme wurde in der christlichen Kirche gerne neu interpretiert. Es ginge nur um die Gewaltanwendung im privaten Bereich, die Obrigkeit habe dagegen von Gott selbst ein Schwert in die
Hand bekommen. So argumentierte Martin Luther.
Und argumentiert sich damit weit weg von Jesus, der da im Garten steht und wie ein Räuber abgeführt werden soll.
Jesus könnte ganz anders, zwölf Legionen, ein Heer von 70.000 Engeln könnte er sofort in diesen Garten rufen. Aber
er tut es nicht, er lässt sich gefangen nehmen und geht den Weg bis ans Kreuz. Seine einzige Waffe ist und bleibt die Gewaltlosigkeit. Krieg Null.
Wie verhalten sich Krieg Null und Krieg 3.0 zueinander?
In den hochtechnisierten, angeblich so präzisen und vom Computer aus zu steuernden Kriegen unserer Zeit muss niemand mehr zum Schwert greifen. Aus den Bildschirmen fließt kein Blut. Niemand schreit und weint oder stirbt ganz
still. Diese Bilder sind immer erst hinterher in den
Nachrichten zu sehen.
In den 2000 Jahren seit der Szene im Garten, in denen die Menschheit mit ihren jeweiligen Schwertern und Stangen, mit Waffen aller Art herumhantiert hat, ist aber noch niemals etwas anderes als Blut und Tränen dabei herausgekommen.
Wer Waffen hat, wird sie irgendwann auch einsetzen. Gewalt erzeugt Gewalt. Krieg Null bleibt die einzige Alternative. Ich höre schon die Einwände dagegen. Aber ich habe noch meine
Ohren. Und ich höre, was Jesus sagt.

Pastorin Uta Möhr: Immer wenn ich einen Gottesdienst vorbereite, dann stöbere ich in meinem Computer und schaue nach, was habe ich denn vor 5 oder 10 oder 15 Jahren zu diesem Thema gesagt, geschrieben, welche Texte hatte ich damals ausgewählt. Und wissen Sie, was mich dann immer wieder erschreckt?
Ich kann die Fürbittgebete übernehmen. Sie sind heute so aktuell wie damals. Erschütternd! Es hat sich nichts geändert.
Wenn sich doch nichts ändert in den 15 oder 20 Jahren, die ich rückwärts überblicke, welchen Sinn hat das dann? Welchen Sinn hat die Friedensdekade, welchen Sinn haben unsere Gebete?
Was würde passieren, wenn wir einfach aufhören würden damit?
Wir würden es vergessen, wir würden denken, alles wäre in Ordnung. Und darum ist die Friedensdekade so wichtig! Vieles ist nicht in Ordnung in unserer Welt.
Wir dürfen nicht aufhören, für den Frieden zu beten, aber dies wäre zu wenig, wenn wir nicht auch etwas tun würden. Natürlich kann man Friedensprojekte finanziell unterstützen, natürlich kann man sich für Flüchtlinge engagieren – das ist alles wichtig und gut, aber ich denke, Frieden beginnt ganz bei mir selbst, ganz privat.
Es beginnt damit, dass ich mir bewusst mache, dass ich vielfachen Grund zur Dankbarkeit habe: dass ich in einem reichen Land lebe, dass ich noch nie Krieg und Hunger erleben musste, zumindest, die, die wie ich nach 1950 geboren sind, nicht.
Ich habe Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung, ich habe mein Auskommen, und selbst Arbeitslose, Rentner oder Geringverdiener haben die Möglichkeit mithilfe staatlicher Unterstützung sicher in unserem Land zu leben.
Und niemand von denen, die sich in unser Land flüchten und hier Schutz suchen, nimmt mir etwas davon weg.
Dankbarkeit - das sollte unsere Grundhaltung als Christen sein!
Und wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass es in sehr vielen Teilen der Welt nicht so ist, dann sollen wir deswegen, weil es uns so gut geht, kein schlechtes Gewissen bekommen, das hilft niemandem und das müssen wir nicht haben. Aus diesem Wissen, aus dieser Dankbarkeit heraus können wir uns aber anders verhalten.
Ich muss mir von niemadem mehr Angst machen lassen, Angst vor Überfremdung, Angst vor Umweltzerstörung, Angst vor Armut. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber.
Wir sind begabt und befähigt zum Leben, wir sind reich beschenkt, nur sollten wir das nicht für uns behalten. Und wir sollten das sinnvoll einsetzen. Es ist genug für alle da. Ich bin sicher, wenn wir aus der Haltung heraustreten: Da kann man ja doch nichts machen, können wir das Gesicht der Welt verändern.
Das wünsche ich uns allen überall auf der Welt. Amen


Themenlied zur Friedensdekade:
1. Frieden sei mit uns auf unseren Wegen auf Erden,
während wir wandeln auf Jesu eindrücklichen Fährten.
Er geht voran und weist uns Spur, Ziel und Plan,
Sein Frieden will in uns werden.
2. Frieden sei in uns, wenn wir nach Gerechtigkeit streben,
Unsere Haltung soll Beispiel für Gottes Sein geben.
Was man auch tut, es gebe Anderen Mut,
Gut und aufrichtig zu leben,
3. Frieden sei durch uns im Reden, im Handeln und Denken,
Auf dass wir Kriege bekriegen und Liebe verschenken.
Nicht Hass und Wut; Herzlichkeit, Wärme und Mut
Soll’n unsre Schritte stets lenken.
4. Friede sei mit uns, der Friede von Gott soll uns leiten,
Wenn wir voll Hoffnungen für eine faire Welt streiten.
Der uns erfüllt mit Sanftmut, Kraft und Geduld,
Will uns durchs Leben begleiten.
(Text: Tobias Petzoldt, 2018 – tvd Verlag, Düsseldorf
Melodie 316 Lobe den Herren)


Friedensbekenntnis von Seoul:
Ich glaube an Gott, der die Liebe ist
und der die Erde allen Menschen geschenkt hat.
Ich glaube nicht an das Recht des Stärkeren,
an die Stärke der Waffen,
an die Macht der Unterdrückung.

Ich glaube an Jesus Christus.
Der gekommen ist, uns zu heilen,
und der uns aus allen tödlichen Abhängigkeiten befreit.
Ich glaube nicht, dass Kriege unvermeidbar sind,
dass Friede unerreichbar ist.
Ich glaube nicht, dass Leiden umsonst sein muss,
dass der Tod das Ende ist,
dass Gott die Zerstörung der Erde gewollt hat.

Ich glaube, dass Gott für die Welt eine Ordnung will,
die auf Gerechtigkeit und Liebe gründet,
und dass alle Männer und Frauen
gleichberechtigte Menschen sind.

Ich glaube an Gottes Verheißung
eines neuen Himmels und einer neuen Erde,
wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen.
Ich glaube an die Schönheit des Einfachen,
an die Liebe mit offenen Händen, an den Frieden auf Erden.
Amen.
(Ökumenische Weltversammlung 1990 in Seoul)



Überleitung zum Kerzen anzünden:
Und wir beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen



Fürbitten: (nach den Bitten sprechen wir gemeinsam: Herr, erhöre uns!)

Du Gott des Friedens und der Gerechtigkeit, mit
Leidenschaft liebst Du Deine Geschöpfe. Du möchtest, dass sie das Leben in Fülle haben. So kommen wir mit unseren Bitten vor Dich und rufen zu Dir: G: Herr, erhöre uns!

Wir bitten Dich: Hilf uns der Versuchung zu widerstehen, auf Gewalt selbst mit Gegengewalt zu antworten, gegen den Hass selbst Hass zu setzen, gegen das Schwert selbst das Schwert zu ziehen. Wir finden den Frieden nicht uns selbst.
Wir sind angewiesen auf Deinen Frieden, der unser
Herz berührt und bewegt.
Wir rufen zu dir: G: Herr, erhöre uns!

Wir bitten, dass von unserem Land Frieden ausgeht.
Schärfe Du das Gewissen der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, in Zivilgesellschaft und Kirchen.
Gib Du den Mut, Ungerechtigkeit beim Namen zu nennen. Wir sorgen uns besonders wegen der andauernden Waffenexporte in Kriegsgebiete und an Unrechtsregime. Wir bitten dich für die Menschen, die in unser Land geflüchtet sind – und auch für diejenigen, die noch auf der Flucht sind: Lass jeden Menschen seinen Ort zum Leben finden – und lass uns unsere Verantwortung dafür wahrnehmen, als Christinnen
und Christen, als Bürgerinnen und Bürger.
Wir rufen zu dir: G: Herr, erhöre uns!

Wir schauen auf die großen Konfrontationen, Krisen und Kriege in unserer Welt. Wir sehen, wie die leidenden Menschen zerrieben werden von Gewalt, Hunger und Unrecht.
Unser Herz ist zu klein, das ganze Elend wahrzunehmen,
Du aber siehst das Ganze und bist doch auch
jedem einzelnen leidenden Menschen nah. Wir
nennen vor Dir die Kriege in Syrien, im Osten
der Ukraine, im Kongo, in Afghanistan und vielen anderen Orten der Welt, die keinen Frieden finden. Wir beten für die Menschen, die in Friedensdiensten arbeiten, dass an ihnen die Kraft der Gewaltlosigkeitaufleuchtet und erkennbar wird.
Wir beten für weitreichende und entschiedene Schritte
auf dem Weg der Abrüstung – auf dem Feld der
Atomwaffen, der autonomen Waffensysteme und
darüber hinaus.
Wir rufen zu dir: G: Herr, erhöre uns!

Wir bitten Dich für Deine Kirche und für unsere
Gemeinden. Lass uns aus Deinem Frieden leben und hilf uns, Zeuginnen und Zeugen der Gerechtigkeit und des Friedens zu sein – in Wort und Tat. Mach uns unruhig über unsere geringe
Kraft und unser Versagen. Lass uns erkennen, wo wir schuldig werden – und Orientierung aus Deinem Wort suchen. Gib uns die Weisheit, geduldig nach Lösungen zu suchen und das rechte Wort zur rechten Zeit zu sprechen. Gib uns denMut, zu widerstehen.Wir rufen zu dir: G:Herr, erhöre uns! Amen

Datum
12.11.2018
Von
Pastorin Uta Möhr | Pastorin Anke Kieseler
Bildrechte
© KG Lütten Klein
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