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Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

Predigt Pastorin Uta Möhr

Grußwort der Pastorin Uta Möhr

15.02.2016 | Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Gemeinde,
Gott spricht: wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten!
Das ist die Jahreslosung, die uns dieses eben begonnene Jahr 2016 begleiten soll. Wie tröstet eine Mutter denn? Ich bin sicher, ein Vater kann genauso gut trösten, wenn die Beziehung stimmt. Dass hier ausdrücklich vom mütterlichen Trost die Rede ist, hat etwas damit zu tun, dass Gott vor
allem im Jesajabuch in einer Vielzahl von unterschiedlichen Bildern gezeigt wird. Da ist vom Heerführer und Richter die Rede, aber genauso von der Hebamme und Mutter. Gott ist groß und auch wenn Theologen durch die Jahrhunderte ihn immer als Gottvater verkündigt haben, so hat Gott doch
auch eine mütterliche, eine tröstende Seite. Die wird hier gezeigt.
Gott spricht: wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten!
Als der Prophet Jesaja auftritt und diese Worte spricht, hat das Volk Israel gerade eine wandelvolle Geschichte hinter sich. Ihr Land wurde von mächtigen Nachbarländern überfallen und alle Menschen fortgeführt in die Fremde, nach Babylon. Dort saßen sie, hatten ihre Heimat verloren und allen Besitz, sie fühlten sich verlassen, vor allem von Gott verlassen. Es hielt sie die Hoffnung am Leben, eines Tages zurückkehren zu dürfen. So waren viele Jahre in der Fremde vergangen und plötzlich hieß es: Ihr dürft zurück. Sie können sich vorstellen, wie groß die Freude war, vor allem bei den Alten: „Dass ich das noch erleben darf,“ werden sie gedacht haben, die einst als kleine Kinder vertrieben worden waren. Und da sind sie nun wieder in der Heimat, 1000 km Fußmarsch liegen hinter ihnen. Und was finden sie vor? Alles ist kaputt. Die Häuser zerstört, die Felder verwüstet. Kein Ort zum Bleiben. 60 Jahre sind eine lange Zeit. Da tritt Jesaja auf und sagt den
Menschen Gottes Wort. Er sagt:
Gott spricht: wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten!
Und dieser Trost übersteigt alles, was wir so gerne zum Trost sagen: „Kopf hoch, wird schon wieder. Ist ja alles nicht so schlimm. Es kommen ja auch wieder bessere Zeiten!“ Nein, Gott sieht, wie schlimm es ist; er sieht die
zerbrochenen Herzen und Hoffnungen, er nimmt das Elend ernst und macht es zu seiner eigenen Sache. Er bleibt nicht unnahbar, sondern erbarmt sich seiner Kinder wie eine Mutter.
Gott spricht: wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten!
Wer getröstet ist, kann freier atmen, er sieht Licht am Ende des Tunnels; die Trauer und Verzweiflung löst sich. Vielleicht weint man das erste Mal richtig und ist dennoch getröstet. Und der Boden unter den Füßen wird wieder sicherer, fester. Wir sind getröstet, Christen sind Getröstete. Das ist ein ganz wichtiger Gedanke. Gott tröstet uns, wie eine Mutter tröstet, er wendet sich uns zu, er erhält unser Leben, indem er uns gibt, was wir zum Groß werden
brauchen; er zeigt uns, wie wir leben sollen und leben können. Aber trotzdem schlagen wir uns gelegentlich das Knie auf, trotzdem sind wir traurig über Verluste, trotzdem haben wir Sorgen und Probleme. Das alles verhindert Gott nicht. Denn es gehört zum Leben dazu. Aber Gott spricht: Wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten!
Herzliche Grüße Ihre Pastorin
Uta Möhr

Datum
15.02.2016
Von
Pastorin Uta Möhr
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