SCHLIESSEN

Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

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© KG Lütten Klein / Jean Wlodarczyk

Predigt Pastorin Uta Möhr

Predigt am 31.12.2020 und 1.1.2021 zum lesen

01.01.2021 | Die Predigt vom 31. Dezember 2020 (Altjahrsabend) und 1. Januar 2021 (Neujahr 2021) von Pastorin Anke Kieseler finden Sie hier zum nachlesen.

Altjahrsabend 31.12.2020

© KG Lütten Klein

Meditation zum Altjahrsabend 2020

Schon wieder Dezember und die Jahresuhr – sie läuft ab. Heute ist der letzte Tag im alten Jahr 2020. Was für ein Jahr… Der Uhr ist das gleich. Sie schreitet vorwärts im Takt. Die Zeit läuft und ich muss Schritt halten. Am Morgen schon der Wecker im Ohr: „Steh auf, es ist spät.“ Bis zum Abend die unaufhaltsamen Zeiger der Uhr: „Lauf, beeil dich.“ 24 Stunden gehören mir - Tag und Nacht. Und dennoch sage ich: „Ich habe keine Zeit“. Will Zeit gutmachen, denke bei einer Arbeit schon an die nächste, tue vieles auf einmal... Doch immer bleibt zu wenig Zeit. Wer älter wird, sagt: Die Uhr geht schneller. Der Zeiger rast. Und die Angst sitzt im Nacken: Mein Lauf könnte bald zu Ende sein. Könnte ich doch fliehen vor dem Zeit-Zeiger. Ihn stehen machen. Mich flüchten zu etwas Beständigem. So wie der Mensch im 90. Psalm (Verse1-6.10.12) Herr, ein Hort warst du uns von Generation zu Generation. Noch ehe Berge geboren wurden und Erde und Erdkreis in Wehen lagen, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschen. Denn in deinen Augen sind tausend Jahre wie der gestrige Tag, wenn er vorüber ist, und wie eine Wache in der Nacht. Du raffst sie dahin, ein Schlaf am Morgen sind sie und wie das Gras, das vergeht. Am Morgen blüht es, doch es vergeht, am Abend welkt es und verdorrt. Unser Leben währt siebzig Jahre und wenn es hoch kommt, achtzig Jahre. Und was an ihnen war, ist Mühsal und Trug. Unsere Tage zu zählen, lehre uns, damit wir ein weises Herz gewinnen. (Übersetzung der Zürcher Bibel 2007) Ja, das wäre weise: Die Tage zählen lernen. Aber ohne zu hasten, ohne zu hetzen, ohne Angst. Erkennen, dass meine Stunden gezählt sind. Und gelassen sagen können: Die Uhr läuft ab. Die Jahre fliegen davon. Aber es ist mein Leben. Meine Zeit. Ich kann sie unterbrechen. Einen Punkt setzen. Den rechten Zeitpunkt finden für Besuche, Briefe, Bücher. Rechtzeitig einen Blick, ein Wort, einen Händedruck tauschen. Wo immer ich zu mir komme oder zu anderen, da lebe ich nicht nach der Uhr. In einem Kuss, in einer durchliebten oder durchweinten Nacht: Da steht die Zeit still. Auf den inneren Rhythmus hören und nicht auf das Ticktack der Uhr: Das ist ein Hauch von Ewigkeit – der Atem Gottes im Nacken. Für Gott, den Ewigen, sind tausend Jahre wie ein Tag und eine Nachtwache. Mein Leben also nur ein paar Stunden. Für einen „Tick“ nur entlässt mich der Ewige aus seinen Armen und bei „Tack“ sagt er schon: „Komm wieder, Menschenkind.“ Wie kurz oder lang mein Leben sein mag, wie schmerzlich oder manchmal wunderschön: Ich bin ewig geborgen und gehalten. Ich ruhe im Arm des Ewigen auch in dieser Nacht. Jede Stunde, Minute, Sekunde.

Amen

Neujahr 2021

© KG Lütten Klein

Ein Jahr Leben liegt hinter uns. Ein Jahr Leben haben wir vor uns. Manches lassen wir zurück und Anderes nehmen wir mit. Es gab Zeiten, für die wir sehr dankbar sein dürfen und es gab Zeiten, die nicht spurlos an uns vorüber gegangen sind. Was uns nun erwartet, das wissen wir nicht. Doch eines ist sicher: Alles, Gott, was war und was sein wird, können wir dir anvertrauen und dich bitten: Lass Gutes daraus werden. Amen

Liebe Leserinnen und Leser unserer Internetseiten, das Weihnachtsfest liegt hinter uns und ich hoffe, dass Sie trotz aller gegenwärtigen Einschränkungen eine gute Zeit hatten mit viel Licht und der Nähe lieber Menschen, wenn auch im kleinen Kreis. Und ich wünsche Ihnen, dass die hoffnungsvolle Weihnachtsbotschaft Sie tief im Herzen erreicht hat und trägt.

Nun der Jahreswechsel und die Frage: wie wird es werden, das neue Jahr? Was wird es bringen?

Das ist nicht neu; jeder Jahreswechsel wird von guten Vorsätzen, Träumen und Hoffnungen, aber auch vielen Fragen begleitet.

Vielleicht empfinden wir es in diesem Jahr nur intensiver als sonst.

Also, was wird es bringen, das Jahr?

Werden wir zur Normalität zurückfinden, oder bleibt alles ganz anders? Die Corona-Pandemie hat ja viele vermeintliche Gewissheiten erschüttert, denn sie hat gezeigt, wie verletzlich unser Leben ist und bleibt.

So schauen viele von uns auch mit bangem Blick in das neue Jahr. In diese besondere Situation hinein spricht die biblische Jahreslosung für das Jahr 2021. Sie stammt aus der sogenannten „Feldrede“ bei Lukas (der Parallele zur bekannten Bergpredigt bei Matthäus). Jesus spricht auf einem Feld zu den Vielen, die sich dort versammelt hatten. Und da heißt es, „alles Volk suchte ihn anzurühren, denn es ging Kraft von ihm aus und heilte sie alle.“( 6, 19)

Die Menschen spürten diese, von Jesus ausgehende Kraft der heilsamen, lebensfördernden Energie Gottes, von Jesus selbst als Kraft der Liebe beschrieben. Und so fordert er seine Zuhörer auf:

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6, 36)

Ja, die Energie der Barmherzigkeit, die Kraft der Liebe – sie kann das Leben verändern. Wie dringend könnten auch wir diese Kraft gebrauchen, gerade jetzt, in diesen Zeiten. „Wir werden einander in ein paar Monaten wahrscheinlich viel verzeihen müssen.“ Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Beginn des Corona-Ausbruchs gesagt. Das stimmt.

Es stimmt immer, und es stimmt derzeit besonders.

Leider ist das gar nicht so selbstverständlich, denn überall herrscht auch eine gewisse gereizte Empfindlichkeit. Dass bei manchen nach Monaten im Ausnahmezustand die Nerven angespannt sind, kann man – barmherzig! - verstehen. Nicht zu akzeptieren aber

ist, wenn Medien, die doch als „soziale Medien“ dem Miteinander dienen sollen, zu Tummelplätzen für Beleidigungen, Hassreden und Verschwörungen werden. Rechthaberei und Unbarmherzigkeit haben noch niemals Heilung in Krisen bewirkt.

Und deshalb dürfen wir uns an diesen Ton nicht gewöhnen.

Jesus verbindet seinen Ruf „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ mit der Mahnung: „Richtet nicht“, und das können wir alle im Alltag Tag für Tag umsetzen und uns dennoch nicht die Perspektive verstellen lassen.

Denn Barmherzigkeit – oder mit neueren Vokabeln gesprochen: Menschenliebe und Nachsicht - haben gerade in der Krise so Viele gezeigt:

in der Pflege in Altenheimen und Krankenhäusern. Aber auch, indem wir andere schützten oder in den Nachbarschaften und Gemeinden spontan und kreativ Hilfen ermöglichten. Weit ab von manch schrillen Tönen ist die Corona-Zeit ja längst auch zu einer Erfahrungszeit gelebter Barmherzigkeit geworden.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

Es ist kein moralischer Appell, den Jesus an die Menschen richtet, sondern er erinnert uns vielmehr daran, dass wir alle immer wieder aus der Kraft der Barmherzigkeit leben, die in Gottes Liebe wurzelt und Grundlage und Auftrag unseres Lebens ist.

Und von dieser Kraft sollen und können wir weitergeben. Bei all den Herausforderungen, vor die wir im Jahr 2021 gestellt sind, brauchen wir Kräfte, die heilen.

Das sind medizinisch wirksame Impfstoffe, unbedingt.

Aber wir brauchen auch Heilung für unser Miteinander.

Darf man das sagen:

Barmherzigkeit – das ist ein wohltuender Impfstoff für die Seele?

Ich jedenfalls glaube daran.

Und so möchte ich uns Mut machen, auch weiterhin aufeinander zu achten, füreinander da zu sein und miteinander auf Zeiten zu hoffen, in der wir ohne Ansteckungsängste und Schutzmaßnahmen leben können, aber doch anders als früher: in einer gerechteren Welt- und Gesellschaftsordnung, in der wir unseren zumeist vom Überfluss geprägten Lebensstil überdenken und mehr denn je auf unser Verhalten achten – im Umgang mit anderen Menschen und allem, was lebt, mit der Umwelt und mit unserer einzigen Erde, die wir haben.

Diesem Neujahrsgruß, der auch in der Kirchengemeinde verteilt wurde, lagen einige kleine, unscheinbare Samenkörner bei, aus denen große, prächtige Sonnenblumen wachsen, wenn sie im Frühjahr in die Erde gelegt werden. Vielleicht möchten Sie, die diesen Gruß nun lesen, sich davon anstecken lassen und mitmachen: Denn wenn uns dann im Sommer die vielen sonnigen Blütenköpfe aus den Gärten zuwinken, sollen sie uns ein Zeichen der Verbundenheit sein und uns erinnern an diese Monate, in der wir von Hoffnung auf einen anderen Neubeginn lebten.

Hoffnung kann Blüten tragen und deshalb: Ein gesegnetes Jahr 2021!

Ihre Pastorin Anke Kieseler

Datum
01.01.2021
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