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Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

Predigt Pastorin Uta Möhr

Predigt Neujahr 2016

01.01.2016 | Liebe Gemeinde,
Das ist ja trostlos denke ich an einem nebelgrauen Tag mitten in einem Plattenbaugebiet. Vielen Dank für die tröstenden Worte sagen mir Angehörige oft nach einer Trauerfeier. Tröstlich zu wissen sagen wir, wenn wir eine Information bekommen, die uns beruhigt, oder: das ist ja mal ein schwacher Trost, denken wir, wenn wir eigentlich viel mehr erwartet haben. Ich bin ein schlechter Tröster hat gerade mal jemand zu mir gesagt und ich dachte: was soll man dazu sagen: Streng dich mal ein bisschen an – kann ja nicht so schwer sein – oder was? Oder wir kennen auch den Spruch: der ist wohl nicht ganz bei Trost! Und manchmal muss ich jemanden vertrösten, weil ich gerade keine Zeit habe, die momentanen Wünsche zu erfüllen und hoffe dann, dass derjenige nicht untröstlich ist.
So unterschiedlich ist das mit dem Trost! Man kann ihn nicht machen, man kann sich noch so viel Mühe geben, und der andere ist trotzdem nicht getröstet, oder auch umgekehrt, ich habe gar nichts besonderes gemacht und der andere fühlt sich plötzlich getröstet, fühlt wieder neuen Lebensmut, wo doch alles so trostlos erschien. Gott spricht: wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten!
Das ist die Jahreslosung, die uns dieses eben begonnene Jahr 2016 begleiten soll. Mit der Jahreslosung ist das für mich so eine Sache. Beim ersten Lesen denke ich manchmal: Oh wie schön, wie einfach verständlich, wie ermutigend - und wenn ich dann anfangen will, die ersten Gedanken darüber auf zu schreiben, dann merke ich, wie irgendwie schon alles dazu gesagt wurde und irgendwie alles immer richtig ist, was man dazu sagen kann. Und manchmal bekomme ich erst im Laufe des Jahres einen Zugang zur Jahreslosung und entdecke die ganze Schönheit und Tiefe des Bibelverses. Und so wird es wahrscheinlich auch in diesem Jahr sein. Ich bin noch mittendrin in der Entdeckung. Gott spricht: wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten! Wie tröstet eine Mutter denn? Ich bin sicher, ein Vater kann genauso gut trösten, wenn die Beziehung stimmt. Dass hier ausdrücklich vom mütterlichen Trost die Rede ist, hat etwas damit zu tun, dass Gott vor allem im Jesaja Buch in einer Vielzahl von unterschiedlichen Bildern gezeigt wird. Da ist vom Heerführer und Richter die Rede, aber genauso von der Hebamme und Mutter. Gott ist groß und auch wenn Theologen durch die Jahrhunderte ihn immer als Gottvater verkündigt haben, so hat Gott doch auch eine mütterliche, eine tröstende Seite. Die wird hier gezeigt. Gott spricht: wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten! Warum muss Gott denn trösten? Die Geschichte Gottes mit seinen Söhnen und Töchtern läuft alles andere als glatt. Sie gehen eigene Wege, verbünden sich mit Mächtigen, von denen sie mehr, vielleicht schnellere, konkretere Hilfe erhoffen als von Gott. Sie werden aus ihrer Heimat in die Gefangenschaft fortgeführt, heraus aus ihrer geliebten Stadt Jerusalem, weg vom Haus Gottes. In der Fremde erinnern sie sich plötzlich wieder daran, dass sie doch Gottes Volk sind. Sie fühlen sich von Gott verlassen und vergessen. Gott aber hält an ihnen fest. Er beklagt zwar ihren Abfall und sagt: Ein Ochse kennt seinen Herrn, aber Israel kennt es nicht und mein Volk versteht es nicht. Aber gerade im Buch des Propheten Jesaja, das ja eigentlich eine Sammlung von Prophetenworten aus verschiedenen Jahrhunderten ist, gerade hier findet man viele Bilder und Vergleiche zu Gottes Treue zu seinen Kindern, die in der Zusage gipfeln: wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten! Und dieser Trost übersteigt alles, was wir so gerne zum Trost sagen: Kopf hoch, wird schon wieder. Ist ja alles nicht so schlimm. Es kommen ja auch wieder bessere Zeiten! Nein, Gott, sieht, wie schlimm es ist, er sieht die zerbrochenen Herzen und Hoffnungen, er nimmt das Elend ernst und macht es zu seiner eigenen Sache. Er bleibt nicht unnahbar, sondern erbarmt sich seiner Kinder wie eine Mutter. Das Wort: Erbarmen im hebräischen ist übrigens die gleiche Wurzel wie Gebärmutter, oft übersetzt als Mutterschoß. Gott spricht: wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten! Können Sie sich an echten Trost erinnern? Wissen Sie noch, wie Sie sich da gefühlt haben? Wer getröstet ist, kann freier atmen, er sieht Licht am Ende des Tunnels, die Trauer und Verzweiflung löst sich. Vielleicht weint man das erste Mal richtig und ist dennoch getröstet.
Und der Boden unter den Füßen wird wieder sicherer, fester. Daran kann ich mich erinnern, immer wieder. Aus dieser Erfahrung kann ich Kraft schöpfen. Wir haben in diesem Jahr ein ganz besonderes Bild zur Jahreslosung: Das Mädchen umarmt einen starken Baum. Auf den ersten Blick bringt man den Bibelvers und das Bild vielleicht gar nicht zusammen. Das Mädchen sieht nicht so aus, als wenn es Trost brauche, und der Baum auch nicht. Eingefangen ist vielmehr ein fröhlicher Moment. Vielleicht haben die Kinder gerade Fangen gespielt und an dem Baum ist "Haus", wo man nicht abgeschlagen werden darf. Vielleicht steht der Baum aber auch an einer ganz besonderen Ecke, vielleicht auf einem Friedhof, vielleicht auf einem Platz, umgeben von anderen Bäumen, vielleicht ist es der erklärte Lieblingsbaum. Ich fand als Kind Bäume immer ganz besonders tröstlich, sie waren so beständig, so immer gleich, immer da, ganz anders als die Welt, die ich erlebte mit ihren ständigen Veränderungen. Gerne habe ich mit den Fingern die Rinde nachgezogen, die kleinen Käfer beobachtet, die da auf und ab liefen. Und auch heute lausche ich gerne auf das Rauschen der Blätter, schaue auf das Farbenspiel, oder betrachte fasziniert, wie weit die Wurzeln reichen. Als im vorvorigen Jahr viele Bäume in Lütten Klein und Lichtenhagen abgeholzt wurden, empfand ich das schmerzlich, obwohl ich die Notwendigkeit einsehen konnte. Gott spricht: wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten! Wir sind getröstet, Christen sind Getröstete. Das ist ein ganz wichtiger Gedanke zum Schluss. Gott tröstet uns, wie eine Mutter tröstet, er wendet sich uns zu, er erhält unser Leben, indem er uns gibt, was wir zum Groß werden brauchen, er zeigt uns, wie wir leben sollen und leben können. Aber trotzdem schlagen wir uns gelegentlich das Knie auf, trotzdem sind wir traurig über Verluste, trotzdem haben wir Sorgen und Probleme. Das alles verhindert Gott nicht. Denn es gehört zum Leben dazu.
Aber Gott spricht: wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten! Amen

Datum
01.01.2016
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