SCHLIESSEN

Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

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© KG Lütten Klein / Jean Wlodarczyk

Predigt Pastorin Uta Möhr

Predigt vom 15.5.2016 zur Konfirmation

16.05.2016 | Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen
Liebe Konfirmanden, liebe Konfirmandenfamilien, liebe Gemeinde,
mit der Jugendsprache ist das ja so eine Sache. Sie ändert sich so schnell, und so weiß ich gar nicht, ob das Wort, das mir zum Einstieg in die Predigt in den Sinn kam, noch aktuell ist.
Wenn ich meine Jungs frage: wie gehts?, dann sagen sie lapidar: "Läuft". Da kann ich mir dann das eine oder andere drunter vorstellen. Kürzlich fand ich einen Magneten, auf dem steht: "Läuft. Zwar rückwärts und bergab, aber läuft." Da muss ich immer schmunzeln, wenn ich vor meinem Kühlschrank stehe und den Spruch lese.
Wenn ich euch heute frage, wie`s geht, werdet ihr sicher sagen: "Super, bisschen aufgeregt, aber toll, so im Mittelpunkt zu stehen, den ersehnten Festtag nun endlich zu begehen, Besuch zu haben, Verwandte, die man vielleicht schon eine ganze Weile nicht gesehen und auf die man sich gefreut hat. Und wahrscheinlich gibt es heute auch noch das eine oder andere Geschenk. Läuft grad super."
Wir sind anderthalb Jahre einen Weg zusammen gegangen, da lief es nicht immer super. Ihr habt mir manchmal leid getan, dass Ihr nach einem langen Schultag noch für anderthalb oder zwei Stunden zum Konfirmandenunterricht kommen solltet.
Und dann habt Ihr noch Hausaufgaben von mir aufbekommen! Ihr solltet euch jeden Abend überlegen, was das highlight des Tages gewesen ist und ich habe mich gefreut, dass ihr dann begonnen habt, diese highlights des Tages zu entdecken und in den Konfirmandenstunden davon zu erzählen.
Und auch in der Konfirmandenzeit lief einiges richtig gut. Ihr habt einen tollen Vorstellungsgottesdienst mit uns gefeiert, habt euch Gedanken gemacht über fortgehen, umkehren und versöhnen und habt uns als Gemeinde an euren Gedanken teilhaben lassen. Wir haben Altarbehänge genäht für die beiden Pflegeheime in unserem Gemeindebereich und Ihr seid zu einem Heimgottesdienst mitgekommen und habt ihn mitgestaltet. Wenn ich nun Gottesdienst im Heim feiere, denke ich immer an euch im Blick auf diese schönen Altarbehänge.
Ihr habt das Krippenspiel am Heiligabend gespielt, ihr seid zu den Konfirmandenfreizeiten nach Wittenberg und Groß Poserin mitgefahren und hattet euren Spaß, habe ich mir sagen lassen.
Und nun ist unser gemeinsamer Weg – wohl hoffentlich nicht zu Ende, aber er bekommt doch einen Punkt und wird anders weitergehen.
Vielleicht so wie auf dem Bild, das vorne auf unserem Gottesdienstblatt drauf ist. Das ist ein Labyrinth. Viele denken, ein Labyrinth, das ist ein Irrgarten, da geht man rein, und wenn´s schlecht läuft, kommt man nicht wieder raus.
Aber ein Labyrinth ist gar kein Irrgarten, denn bei einem Labyrinth führt der Weg in die Mitte ins Ziel und nicht kreuz und quer.
Das Labyrinth auf unserem Bild befindet sich in einer riesigen Kathedrale in Frankreich, in Chartres. Es ist 12 m im Durchmesser und ist in den Fußboden eingelassen. Pilger aus aller Welt kommen hierher und gehen diesen vorgezeichneten Weg, langsam, andächtig. Schauen wir mal: Es geht ein kurzes Stück geradeaus, dann nach links, dann eine Kehre und wieder zurück, noch einmal nach links und schon wähnt man sich am Ziel. Aber da geht es wieder nach links und man entfernt sich wieder Schritt für Schritt vom Ziel. Bis man irgendwann fast wieder da steht, wo man losgegangen ist.
Das Ziel ist so nahe und ist letztlich doch so weit weg und erweist sich als schwieriger, als man zunächst dachte.
Wer ans Ziel, in die Mitte kommen will, muss sich zunächst erst mal aufmachen, denn das Ziel wird nicht zu uns kommen, wir müssen ihm schon entgegengehen.
Vielleicht geht es euch schon ein bisschen so, vielleicht scharrt ihr schon ein wenig mit den Hufen und erträumt euch das eine oder andere, was ihr machen wollt, wenn ihr erwachsen seid. Eine Ausbildung ergattern, zu der ihr wirklich Lust habt, die erste eigene Wohnung, Führerschein, Auto, das erste eigene Geld und niemand redet einem mehr rein.
Vielleicht denkt ihr aber auch noch ein wenig mit gemischten Gefühlen ans Erwachsen - werden: Auf einmal selbst entscheiden zu müssen, plötzlich selber gerade zu stehen für das, was man tut, keine Eltern, die an die Termine erinnern, und noch einmal Taschengeld nachschieben, wenn es eng wird.
Also lieber gar nicht erst losgehen.? Das Leben nur durchs Fenster betrachten? Das denn nun auch nicht.
Und ihr seid ja auch schon unterwegs, ihr steht ja nicht am Anfang und lauft heute erst los, so wie wir alle schon unterwegs sind, manche länger, manche noch nicht so lange.
Auf unseren Wegen stoßen wir mal an Grenzen, müssen manchmal umkehren oder zumindest die Richtung ändern.
Jeder kann ja einmal im Blick auf dieses Lebenslabyrinth darüber nachsinnen, wo er gerade ist, auf dem Weg zur Mitte. Bin ich mehr am Rand und unzufrieden mit meinem Leben, oder bin ich glücklich und zufrieden, und schon ganz nah dran?
Und vielleicht ist Ihnen aufgefallen: Es gibt in diesem Labyrinth und das ist das Besondere daran, keine Sackgassen, keine Wege die man völlig umsonst gelaufen ist. Das ist der Unterschied zwischen einem Labyrinth und einem Irrgarten.
Für mich ist das eine ganz tröstliche Vorstellung. Mein Lebensweg ist manchmal wie ein Labyrinth, aber er ist kein Irrgarten. Kein Weg und sei er noch so schwer gewesen, und hat er mich doch eher vom Ziel entfernt, als dass ich dem Ziel näher gekommen wäre, war vergeblich.
Mir ist bei diesem Gedanken ein Bibelvers in den Sinn gekommen, ein bekannter Satz aus dem 37. Psalm: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen."
Liebe Nele, liebe Leonie, liebe Laureen, lieber Paul, ihr werdet heute konfirmiert.
Konfirmation heißt Befestigung. Wir wünsche euch, dass Ihr Euer Leben an Gott festmacht.
Es wird dadurch nicht alles einfach leichter. Es bleiben oder werden kommen, Brüche im Leben, Umwege und Missverständnisse. Aber Ihr, und wir alle, können unseren Weg im Vertrauen auf Gott gehen.
Als ich vor einigen Jahren erstmals zum Klassentreffen war und meine alten Mitschüler nach 35 Jahren wieder getroffen habe, habe ich festgestellt, wie viel wir von den schönen und gelungenen Wegstrecken des Lebens erzählt haben.
Von den schweren Wegen, davon, wie man vielleicht sogar aus der Bahn geraten war, sprechen wir nicht gerne.
Da schämen wir uns manchmal dafür, für das, was schief ging, für das, was wir getan ohne überlegt zu haben, wie unser Handeln sich auf andere Menschen auswirkt.
Das Labyrinth spricht dazu eine anderen Sprache. Das Schwere, das Traurige, das Verletzende, das, was uns von Gott wegführt, ist Teil des einen Weges und gehört dazu.
Wer seinen Weg weitergehen will im Vertrauen auf Gott, der kann das eigentlich erst tun, wenn er erkennt, dass alle Wege, die ich gehe zu einem, zu meinem Weg gehören.
Ich wünsche uns allen, und vor allem Euch, die ihr heute konfirmiert werdet, dass das gelingt. Das Leben Gott anvertrauen, die guten und die schlechten Wege, die Umwege und dort wo wir auch mal ganz am Rande unseres Lebens sind.
Es gehört zu unserem Leben alles dazu, zu dem Leben, das Gott uns geschenkt hat.
Gott kann uns helfen unseren Weg zu finden.
Befehlt dem Herrn Eure Wege, die vergangenen und die Zukünftigen, und hofft auf ihn, er wird es wohl machen.
Amen.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

Datum
16.05.2016
Von
Pastorin Uta Möhr
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Rostock, Lütten Klein