SCHLIESSEN

Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

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© KG Lütten Klein / Jean Wlodarczyk

Predigt Pastorin Uta Möhr

Predigt vom 30.12.2018

30.12.2018 | Geschichte:
Ein kleiner Junge besucht um die Weihnachtszeit seinen Grossvater. Er schaut zu, wie der Grossvater an einer Krippenfigur schnitzt. Einige andere Figuren der Weihnachtsgeschichte stehen schon fertig auf dem Tisch. Der Junge wird müde, legt den Arm auf dem Tisch, und zuschauend schläft er ein. Im Traum werden die Figuren lebendig, und er ist mitten unter ihnen.
Er geht mit in den Stall von Bethlehem und schaut das Jesuskind an. «Ich möchte gerne drei Dinge von dir haben», sagt das Jesuskind. Und der Junge sagt eifrig: «Meinen neuen Mantel, meine elektrische Eisenbahn, mein schönes Buch mit den bunten Bildern?»
«Nein», erwidert das Jesuskind, «das brauche ich nicht. Ich möchte von dir etwas anderes haben! – Schenk mir deinen letzten Deutschaufsatz!» sagt das Jesuskind leise. Der Junge erschrickt: «Da hat doch der Lehrer «ungenügend» druntergeschrieben!» «Eben deshalb will ich ihn haben. Bringst du mir immer alles, wo «ungenügend» daruntersteht?» «Gern», sagt der Junge. –
«Und dann möchte ich zweitens von dir deinen Milchbecher!» «Aber den habe ich doch zerbrochen!» «Willst du mir immer alles bringen, was in deinem Leben zerbrochen ist?» fragt das Jesuskind.
«Und nun mein dritter Wunsch: Du sollst mir noch die Antwort bringen, die du deiner Mutter gabst, als sie dich nach dem Milchbecher fragte.» Da weint der Junge bitterlich und schluchzt: «Da habe ich doch gelogen, er wäre mir heruntergefallen. In Wahrheit habe ich den Becher absichtlich auf den Boden geworfen.» «Ja, du sollst mir immer alle deine Lügen, deinen Trotz, dein Böses, was du getan hast, bringen, damit ich dir helfen und dir vergeben, dich heilen und verändern kann!»
Da wacht der Junge auf und weiss plötzlich, warum Gott Mensch geworden ist, und warum Jesus als Heiland geboren wurde: damit er alles Ungenügende, Zerbrochene und Böse heilen und verwandeln kann.

Ich steh an deiner Krippen hier 37,1+5

Liebe Gemeinde,
das ist eine schöne Geschichte, die wir eben gehört haben, sie geht uns zu Herzen…
Bei uns geht es längst nicht mehr um die Fünf unter dem Deutschaufsatz, es geht nicht mehr um die zerbrochene Milchtasse und die freche oder gelogene Antwort.
Unser Leben ist ungleich komplizierter geworden seit den Kindertagen.
Vor einiger Zeit saß ich bei einer Geburtstagsfeier mal einem Ehepaar gegenüber, die hatten beschlossen, sich nur noch von kalten Speisen, vornehmlich von Obst zu ernähren. So weit so gut. Kann ja jeder machen, wie er will.
Zwischen uns standen aber die leckersten Torten und ich musste mir einen längeren Vortrag anhören, wie ungesund das doch alles sei mit dem vielen Zucker und der Schokolade und überhaupt. Sie kannten nur dieses eine Thema. Nebenher war auch kein anderes Gespräch mit rechts oder links möglich.
Dieses Paar war so überzeugt von der Richtigkeit ihres Ernährungsweges, und sie trugen das so vehement vor, dass ich unwillkürlich und auch mit so was wie Hochachtung dachte: das würde ich gerne mal in einer Gemeinde erleben.
Ich würde gerne mal erleben, dass Gemeindemitglieder in so einer gemischten Runde nicht nur ein bisschen verschämt zugeben: ich bin in der Kirche, sondern überzeugt sagen: „ich bin Christ. Und als Christ lebe ich die Nachfolge Jesu Christi. Ich frage mich oft, was hätte Jesus in dieser Situation getan?“
Oder dass sie sagen: „Als Christ kann ich so ein Verhalten nicht tolerieren. Als Christ habe ich eine Verantwortung.“
Ich wünsche mir manchmal die Radikalität, mit der Jugendliche leben und ihren Eltern gegenüber argumentieren.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, auch ich gehöre ja nicht zu denen, die sich immer so korrekt wie möglich verhalten, die immer nur danach schauen, ob es mit meinem christlichen Glauben vereinbar ist. Auch ich gehe gerne mal den bequemen Weg und nicht den konsequenten. Und gelegentlich werde ich darauf gestoßen...
In meiner vorletzten Konfirmandengruppe habe ich mal gefragt, ob die Konfis eigentlich in der Schule noch manchmal schräge angeguckt werden, wenn sie zum Konfirmandenunterricht gehen.
Und da sagten sie: Nö, das ist egal, über so was reden wir nicht.
Es ist egal. Für Konfirmanden nachvollziehbar, dass sie sich in dieser Frage bedeckt halten. Aber wir Erwachsenen halten uns auch in vielen Fragen bedeckt und sagen: das ist mir egal. Oder: da kann ich als einzelner ja doch nichts machen. Oder: das müssen andere entscheiden.
Ich habe mal einen Satz zur Verantwortung gelesen:
Wenn du in einer Situation etwas tun kannst, dann hast du Verantwortung. Verantwortung ist nicht etwas, was man übernimmt und bei Bedarf an jemand anderen delegieren kann, sondern Verantwortung HAT man. Man kann sie nicht abgeben, man kann sie nicht delegieren.
Diese meine Gedanken wollte ich Ihnen an der Schwelle zum neuen Jahr nicht ersparen, denn wir müssen verantworten, wie wir im kommenden Jahr leben werden.
Gerhard Schöne, den Liedermacher, der schon in DDR Zeiten sagte, was er dachte, hat einen neuen Text zu dem Lied: Ich steh an deiner Krippen hier gemacht, und wir wollen jetzt diesen alten Choral mit dem neuen Text singen und im Anschluss an den Gottesdienst dürfen Sie das Liedblatt gerne mit nach Hause nehmen. Amen

Ich steh an deiner Krippen hier,
oh Jesu, du mein Leben.
Was habe ich, was bring ich dir,
das du mir hast gegeben?
Mein Geist so wirr, mein Mut so klein,
mein Herz, ein schwerer Wackerstein,
wird dir nicht mehr gefallen.


Mein wacher Sinn hat sich beschränkt
aufs liebe Geldverdienen.
Das Leben, das du mir geschenkt,
besteht nun aus Terminen.
Es fehlt ihm Leichtigkeit und Schwung
und trotz Lebensversicherung
ist es geplagt von Ängsten.
Ich sehe dich mit Zweifeln an
und will mich von dir wenden.
Das Geld, das ich dir geben kann,
klebt fest an meinen Händen.
Ne kleine Spende bring ich dir,
dann ist’s Gewissen still in mir
und ich kann besser schlafen.
Ich lieg in tiefer Todesnacht,
kein Traum will mehr gelingen.
Hab Tür und Fenster zugemacht,
der Mund mag nicht mehr singen.
O Gott des Lebens hol mich raus!
Brich ein in dieses tote Haus
Und mach es hell darinnen.
Text: Gerhard Schöne

Wirst du Gott, noch einen Ort finden, an dem du wohnen kannst, wenn wir dich vergessen?
Wirst du Gott noch einen Namen haben, der heilsam wirkt, wenn wir dich verschweigen?
Wirst du Gott, noch die Liebe sein, die ins Leben ruft, wenn wir dich verlernen?
Wir bitten dich Gott, rüttle du uns immer wieder auf, wenn wir Gefahr laufen, dich zu vergessen, zu verschweigen oder zu verlernen. Stoße uns an und führe uns immer wieder auf den Weg zurück, den du für uns vorgesehen hast.
Hilf uns, adventlich zu leben, jeden Tag. Amen

Datum
30.12.2018
Von
Pastorin Uta Möhr
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