SCHLIESSEN

Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

aktuelles Hintergrundbild unserer Internetseite

© KG Lütten Klein / Jean Wlodarczyk

Predigt Pastorin Uta Möhr

Predigt von Pastor Leif Rother zum Jubiläum

05.09.2016 | Freiheit! Ja, für mich atmet die Begegnung zwischen Jesus und Zachäus vor allen Dingen Freiheit.
- JESUS schert sich nicht um Konventionen.
- Er besucht nicht die Wohlanständigen in Jericho, die fest davon ausgehen, dass er natürlich zu ihnen kommt. /
- JESUS entscheidet nach anderen Kriterien.
Innerlich frei von diesen Erwartungen, wendet er sich dem Menschen zu, der ihm gerade am wichtigsten ist.
- In unserer Geschichte ist das der Zöllner Zachäus,
den die Neugier, auf den Baum getrieben hatte. - Und JESUS sieht ihn und sagt: Ok, für Dich bin ich jetzt da. Für Dich nehme ich mir jetzt Zeit.
Auch, wir damals, in der Gemeinde Lütten Klein, - so meine Erfahrung – wurden als junge Menschen wahrgenommen,
mit unserer Neugier, mit unseren Fragen.
Da war ein großer Freiraum für das, was uns bewegte.
Da wurden wir gesehen, gerade auch in unserer oft nicht einfachen Situation als Christen in einem sozialistischen Land:
- in der Spannung, die manch einer erlebt hat: einerseits zur Jungen Gemeinde gehen zu wollen, aber andererseits das Unverständnis der Eltern aushalten zu müssen, die das so gar nicht nachvollziehen konnten oder für gefährlich hielten
- wir wurden wahrgenommen im Spannungsfeld zwischen Jugendweihe und Konfirmation - und der damit verbundenen Unsicherheit, was denn wohl ein Bekenntnis zum Glauben
für Konsequenzen im Blick auf die Berufswahl haben wird
- wir wurden begleitet in den Konflikten, die zwangsläufig auftraten, wenn wir uns mit dem Aufnäher Schwerter zu Pflugscharen in die Öffentlichkeit wagten
Das alles hatte seinen Raum,
- konnte ausgesprochen und bedacht werden
- manches auch betrauert werden, - wenn wieder einer ausgereist war Richtung Westen
- und über manche DDR-Absurdität konnten wir gemeinsam nur lachen … /
Ja, da waren Menschen für uns da, die uns ihre Ohren und Herzen öffneten, die sich Zeit für uns nahmen - aus meiner Perspektive – viel Zeit –
für das, was uns als junge Menschen bewegte.
Besonders denke ich da an Elisabeth Bormann und Detlef Brügmann.
Deine Wohnkultur, liebe Elisabeth - Du mögest mir verzeihen - war für manche Eltern eine Anfechtung. /
Für mich - und ich denke anderen ging es ähnlich –
war Deine Wohnung - die uns ja immer offenstand -
wie Symbol, ein Ort von Freiheit. /
In diesem Ambiente wurde man geradezu verlockt, quer zu denken, quer zu reden, das Gewohnte in Frage zu stellen. /
Da gab es nicht die „simplen Regale“ mit „Falsch“ und „Richtig“, oder die „Schublade „mit den Brillen für die eine Weltsicht …
Nein, gerade im Diskurs untereinander,
aber auch mit und zwischen Euch Pastoren, haben ich gelernt:
Es gibt verschiedene Perspektiven, natürlich auch auf die Dinge des Glaubens.
- Und die Schätze, die ganze Fülle der biblischen Botschaft
ist genau nur in dieser Breite der Perspektiven zu erleben und zu erfassen.
- Und unterschiedliche Meinungen, Konflikte in einer Gemeinde,
auch das habe ich gelernt - sind kein Makel,
sie sind Ausdruck von Lebendigkeit,
Ausdruck von geistiger und geistlicher Weite …
Da war Vielfalt, da war Freiheit und auch immer ökumenische Weite. //
Und doch war dieser Raum der geistigen Freiheit kein Ort der Beliebigkeit.
Es gab Positionen, Standpunkte, Argumente,
die entwickelt, verortet, gegründet waren in der biblischen Botschaft, und die zur Sprache gebracht wurden
auf dem Hintergrund eigener Glaubenserfahrung. /
Das war gewiss keine seichte geistliche Kost, die uns da präsentiert wurde:
gewärmt, püriert, - nur noch zu schlucken … /
Nein, ich habe da eher ein geistliches Büfett erlebt,
wo wir die Freiheit hatten, zu kosten, anzufühlen, für uns zu dosieren, wo die Freiheit war, aber damit auch die Aufgabe,
den eigenen Glauben zu entdecken, zu entwickeln … /
Mir tat es gut, in solch einer offenen Gemeinde,
in dem der Geist der Freiheit wehte, aufwachsen zu können.
Es hat mich - und ich denke auch andere - die diese Zeit erleben durften, nachhaltig geprägt.
Geprägt auch in der Weise, dass ich in diesem Klima der gelebten Vielfalt und Offenheit eine realistische Perspektive im Blick auf Kirche und Gemeinde einüben konnte.
- Ich wusste, Gemeinde ist nicht per se ein konfliktfreier Ort.
- So wie schon damals in Jericho, gab´s auch in Lütten Klein Spannungen
- Da ging´s auch mal zur Sache. - Aber genau das ist der Punkt.
- Solange es um die Sache geht, um die Gemeinde, die zu entwickeln, die lebendig und auf Kurs zu halten –
ist das in Ordnung.
- Bei manchem Streit und manch knallender Tür (wo das Glas zersprang):
Ich habe in dieser Gemeinde viele engagierte Menschen erlebt, mit einem brennenden Herz für die Sache:
- Hauptamtliche im Bereich der Kirchenmusik,
der Gemeindepädagogik, des Pfarrdienstes,
- aber auch viele tolle Ehrenamtliche,
die sich mit der Vielfalt ihrer Gaben einbrachten …
Und diese Menschen haben mich geprägt und schließlich motiviert, Pastor in unserer Landeskirche zu werden
und ich habe es bis heute nicht bereut! //
Liebe Gemeinde, wir wissen nicht,
wie die Begegnung zwischen Jesus und Zachäus abgelaufen ist.
Da ist ein Freiraum im Evangelium.
Ich denke ganz bewusst wird da von Lukas ein Raum aufgetan für eigene Gedanken und Fragen:
- Was, wenn Jesus zu mir käme, in mein Haus, meine Wohnung?
- Wäre ich so voller Freude wie Zachäus oder hätte ich eher Sorgen, dass ich dem großen Gast nicht gerecht werden kann?
- Was würde ich Jesus fragen?
- Welche Fragen hätte ER wohl an mich?
Wie gesagt, was nun im letzten Thema war zwischen JESUS und Zachäus, wir wissen es nicht.
Fakt ist nur, aus der Begegnung zwischen JESUS und Zachäus, wächst Neues, geschieht Veränderung, zum Wohl der Gemeinschaft und zur inneren Heilung von Zachäus. //
Das ist denn auch mein Wunsch zum 50. Geburtstag dieser Gemeinde:
- Möge in ihr der Geist der Freiheit wehen.
- Möge dieser Geist auch heute, viele Menschen begeistern und ihre Herzen brennen lassen.
- Möge Gottes guter Geist die Gemeinde in ihrer ganzen Vielfalt lebendig erhalten und aus seiner Kraft segnen. Amen

Datum
05.09.2016
Von
Leif Rother
Social Media
bookmarken
Artikel
Drucken