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Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

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© KG Lütten Klein / Jean Wlodarczyk

Predigt Pastorin Uta Möhr

Predigt von Pastorin Uta Möhr zum Jubiläum

05.09.2016 | Ich mach Station am Weg auf dem ich geh -
dieses Lied begleitet uns durch diese Predigt. In den 70er und 80er Jahren wurde es vor allem in Jugendgruppen oft und gerne gesungen. Aber ich glaube, es ist heute so aktuell wie damals, vielleicht für uns hier in Lütten Klein aktueller denn je. Wenn ich unsere Gemeindesituation seit der Wende beschreiben soll, dann gebrauche ich meistens ein Bild, das Bild der "Bahnhofsmission". Andere Menschen würden vielleicht oder wahrscheinlich ein ganz anderes Bild für dieselbe Situation benutzen, aber für mich ist es Bahnhofsmission. Menschen kommen an, steigen aus ganz unterschiedlichen Zügen aus, schauen sich um, orientieren sich: Wo bin ich, wo will ich, oder auch wo muss ich als nächstes hin? Wann fährt mein nächster Zug weiter?
Und vielleicht dauert dieser Aufenthalt länger, weil das Ziel nicht ganz klar ist oder der Zug gerade abgefahren ist und der nächste fährt erst in einigen Stunden, Monaten, oder Jahren.
Zeit, sich umzusehen, wer da noch so wartet. Zeit, ins Gespräch zu kommen, Zeit, um eben Station auf dem Weg zu machen.
Die seit den 90er Jahren nach Lütten Klein Zugezogenen sind Studenten, die während ihres Studiums gerne auch in WGs in Lütten Klein wohnen, viel preiswerter als in der KTV, es sind Paare, die eine Familie gründen, die aber spätestens, wenn das zweite Kind geboren wird, eine größere Wohnung suchen oder die sich beruflich andererorts orientieren, es sind viele Alleinerziehende, die vorübergehend in Lütten Klein wohnen, oder nach einer Trennung Alleinlebende. Wurzeln wollen sie alle hier nicht schlagen. Sie kommen, schauen sich um und ziehen wieder weg. Wer einen kirchlichen Hintergrund hat, bleibt gerne seiner Heimatgemeinde treu. Es sind ja alle mobil heute. Diese Menschen gehören formal zu unserer Gemeinde, aber sie gestalten sie nicht mit.
"... ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein" dieser Satz aus dem Lukasevagelium begleitet uns heute durch diesen Gottesdienst. Ich stelle mir gerade vor, ich würde diesen Satz benutzen, wenn ich jemanden kennenlerne, der zu unserer Gemeinde gehört, oder wenn ich jemanden besuchen möchte. Ich stelle mir das erschrockene, vielleicht auch entsetzte Gesicht vor. Niemand würde heute sagen: Das ist aber schön, kommen Sie rein! Unsere Türen bleiben zu, zu viele Vertreter haben uns schon mehr oder weniger aggressiv ein "Ohr abgekaut".
Seelsorgegespräche finden nicht mehr – so wie ich es einst gelernt habe – in einem kirchlichen Raum oder in einem Wohnzimmer statt, sondern im Marktkauf zwischen den Regalen, nach einer Veranstaltung auf der Straße im Regen oder am Telefon oder auch per email.
Was ich sagen will, ist: Gemeinde hat sich verändert, Gemeindearbeit hat sich verändert, Arbeitsfelder haben sich verändert. Manches hat sich schleichend verändert, manches rasant und sprungartig. Es bleibt spannend.
Es ist nicht mehr so sehr die Frage: Wie kann mir Gemeinde helfen, meine Beziehung zu Gott zu leben, sondern es ist eher die Frage, was sind das für Menschen, die sich da treffen und komme ich mit denen klar? Und für viele Menschen ist diese Schwelle zu hoch. Ich kenne da keinen, also gehe ich nicht in die Kirche.
Für uns als Kirchengemeinde heißt das, es reicht nicht, Angebote zu machen und Werbung dafür unters Volk zu werfen, wir müssen "Mitnehmer" werden. Wir müssen persönlich Menschen ansprechen einladen, uns verabreden, sie mitnehmen, und nicht nur einmal, sondern immer wieder.
Ich habe jetzt viel über die Veränderungen der letzen 25 Jahre geredet, ich erlebe aber auch viel, worüber ich wirklich sehr dankbar bin und das mir Freude macht, hier arbeiten zu dürfen. Ich erlebe einen Kern an Älteren in der Gemeinde, die dankbar die Angebote annehmen, ich erlebe eine Gottesdienstgemeinde, die eine inzwischen große Schnittmenge aus Lütten Klein und Lichtenhagen Dorf hat und die gerne auch neue Ideen mitmacht.
Ich erlebe einen bunten Strauß kirchenmusikalischer Angebote, die sich sehr bereichernd für die Gemeindearbeit auswirken. Danke, Andreas Hain, für deine Ideen und deinen unermüdlichen Einsatz!
Ich freue mich, dass sich Menschen gefunden haben, die im neuen Kirchengemeinderat mitarbeiten wollen und dass sich immer wieder Menschen finden, die Zeit, Geld, Ideen und Kuchen einbringen, damit Gemeindeveranstaltungen stattfinden können. Ein großes Danke an Sie alle! Ich erlebe die Gespräche im Marktkauf zwischen den Regalen nicht als Störung meines eigenen Einkaufs, sondern als eine Form von Seelsorge, die ich geben kann. Der Vers 5 des Liedes Ich mach Station ist uns vielleicht von früher her unbekannt, aber ich finde, er trifft unsere Situation in Lütten Klein besonders und er wäre ein Wunsch meinerseits für die kommenden Jahre:
Ich mach Station, am Weg, auf dem ich geh, ich halte an, damit ich andre seh, die nicht auf gleicher Straße wie ich gehn. Ich halte an, ich möchte euch verstehn. Amen
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

Datum
05.09.2016
Von
Uta Möhr
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Rostock, Lütten Klein