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Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

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© KG Lütten Klein / Jean Wlodarczyk

Predigt Pastorin Uta Möhr

Wort zum Palmsonntag von Pastorin Anke Kieseler (mit Audio)

05.04.2020 | Wort zum Palmsonntag, 5. April 2020
Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Internetseiten der evangelischen Gemeinden Lichtenhagen Dorf und Lütten Klein,
vor drei Wochen, am 15. März, war es das erste Mal, dass wir in unserer Kirche keinen Gottesdienst feierten.
Einige, die dennoch gekommen waren, hatten Kerzen angezündet, ein Gebet gesprochen, miteinander geteilt, was alle umtreibt: Die Sorgen, die wir uns machen. Um uns, um unsere Angehörigen, die vielen Menschen, die wie wir dieser Situation so ohnmächtig ausgeliefert sind. Das Lähmende, das Ungewisse, das Angstmachende.
Dorothea, eine ehemalige Konfirmandin, sagte zu mir: „Es wirkt so, als wäre die Fastenaktion der evangelischen Kirche mit weiser Voraussicht so benannt worden: 7 Wochen ohne Pessimismus! Daran müssen wir doch jetzt denken!“
Das hat mich sehr berührt. Dieses junge Mädchen machte mich auf etwas ganz Wichtiges, zugeschüttet von Corona-Sorgen, aufmerksam.
Heute nun ist Palmsonntag.
Und wir erinnern uns: Jesus zieht in Jerusalem ein, um dort das Passahfest mit seinen Jüngern zu feiern. Wie ein König wird er empfangen, mit Palmzweigen, Kleidern, die auf den Wegen ausgebreitet werden wie ein roter Teppich.
Laute Jubelrufe sind zu hören.
Der Evangelist Johannes erzählt (Johannes 12, 12-19):
Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): „Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“ Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte.
Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.
In einer kurzen Geschichte wird von einem russischen Popen erzählt, zu dem ein Besucher kam, der ihm ausführlich beweisen wollte, dass es Gott nicht gibt und geben kann. Dass es sinnlos ist, an Gott zu glauben. Er schilderte das Elend und die Not in der Welt; er verwies auf die Gewalt und den Krieg, auf Krankheiten und Tod, auf Flüchtlingselend und Einsamkeit. „An einen Gott, der das alles zulässt, kann ich nicht glauben!“ sagte der Mann am Ende. Der Priester antwortete: „Das macht nichts! Gott glaubt an dich!“
Palmsonntag. Der Einzug Jesu in Jerusalem fand unter den Augen einer begeisterten und ihn ausgelassen feiernden Menschenmenge statt.
Wir wissen aber auch, wie schnell die Jubelrufe in Hass-Tiraden umschlugen. „Kreuzige ihn!“ heißt es nur wenige Tage später.
Der König, der da in Jerusalem einzieht, passt nicht in die Erwartungen.
Er kommt nicht hoch zu Ross, sondern auf einem Esel. Er kommt nicht, um zu herrschen, sondern um zu dienen. Er kommt nicht, um mit Macht und Gewalt zu regieren, sondern um bei den Menschen zu sein, für sie und mit ihnen zu leiden. Manchen Menschen war und ist das zu wenig.
Aber in diesem Einzug Jesu in Jerusalem zeigt sich, dass Gott zu uns kommt, um für uns da zu sein. Er steht auf der Seite der Menschen, die krank und verzweifelt sind, die nach Hilfe und Gerechtigkeit schreien.
Es mag sein, dass viele sich in diesen Tagen fragen: „Wo ist Gott? Wie kann er das zulassen?“ Zweifel und Verzweiflung schaffen sich in unseren Gedanken und Herzen Raum. Die Sorge um unsere Lieben und um uns selbst wollen uns bestimmen. Da hinein hören wir die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem; wir hören, dass Gott zu uns kommt – in unseren Alltag, der uns jetzt so schwer wird. Er kommt zu den Flüchtenden auf in den Flüchtlingslagern auf Lesbos und an anderen Orten, zu den Vergessenen in den Elendsvierteln dieser Welt, zu den Hungernden. Davon erzählt diese Geschichte, jedes Jahr wieder.
Das lässt mich aufatmen und dem sich ausbreitenden Pessimismus entgegentreten.
„Gott glaubt an uns!“, so klingen in der Geschichte die Worte des Priesters an den Zweifelnden.
Daran will ich will ich mich halten: Gott glaubt an mich, an dich, an uns!
Am Palmsonntag werden in katholischen Häusern Palmzweige (in unseren Gegenden eher Ahorn, Birke, Buche, Buchsbaum o.ä.) gebunden und im Gottesdienst gesegnet. Eine schöne Tradition, die an die Geschichte des triumphalen Einzugs Jesu erinnert, aber schon eine Ahnung davon hat, wie es enden wird.
Die Palmsträuße werden dann hinter das Kreuz gesteckt oder mit nach Hause genommen, um dort einen besonderen Platz zu finden. Die in der Kirche verbliebenen Zweige werden im nächsten Jahr kurz vor der Fastenzeit verbrannt und ihre Asche als Buß-Zeichen für den Aschermittwoch bewahrt. Diese Zweige sind – auch für evangelische Christen – Zeichen, dass Gott in unseren Häusern und Herzen seinen Platz haben will, dass er dabei ist, wenn wir in Not und Sorge sind, wenn wir zweifeln und verzweifeln.
Gott glaubt an uns! Er ist für uns – im Leben und darüber hinaus.
Ich wünsche Ihnen – auch im Namen von Pastorin Uta Möhr - eine gesegnete Karwoche, bleiben Sie behütet! Ihre Anke Kieseler

Audio

Datum
05.04.2020
Von
Pastorin Anke Kieseler | Pastorin Uta Möhr
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