SCHLIESSEN

Glaube

Apostolisches Glaubensbekenntnis
Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem Kern ein sehr altes Bekenntnis, das römische Christen bei ihrer Taufe sprachen. Seit dem Jahr 390 wird es als "Apostolisches" Bekenntnis bezeichnet. Unter Karl dem Großen wurde es um 800 offizielles Bekenntnis des Frankenreiches und so im gesamten Abendland verbreitet. Es ist in der römisch-katholischen Kirche ebenso wie in allen protestantischen Kirchen anerkannt, lediglich in der Ostkirche wurde es nie benutzt.

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Amen

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© KG Lütten Klein / Jean Wlodarczyk

Predigt Pastorin Uta Möhr

Wort zum Sonntag "Misericordias domini" 26.4.2020 von Pastorin Uta Möhr (mit Audio)

25.04.2020 | Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Internetseiten in Lichtenhagen Dorf und Lütten Klein,
am 26.4.2020 feiern wir den Sonntag Misericordias domini, umgangssprachlich Hirtensonntag genannt.
Ich erinnere mich noch genau an die Kinderbibel, die ich zu meiner Taufe geschenkt bekam. Sie hieß "Schild des Glaubens", vielleicht hatten Sie die ja früher auch.
Sie kam auch in den 60er Jahren schon etwas antiquiert daher, es war etwas, das man sonst nirgendwo so hatte. Die Bilder waren gezeichnet und ich weiß noch, dass ich sie gerne ausgemalt hätte, aber nicht durfte, weil: in Büchern malt man nicht.
Und ich weiß noch, dass Jesus immer ein langes Gewand anhatte und lange Haare hatte. Jesus durfte das. Mein Bruder, der einige Jahre älter ist als ich, durfte das nicht mit den langen Haaren.
Also, wie gesagt, irgendwie war dieses Buch nicht von dieser Welt.
Aber ich habe es oft angeschaut und so ist mir das Bild von Jesus mit dem Schaf auf den Schultern in meinem Gedächtnis haften geblieben.
Dieses Buch war irgendwie was "von früher", aber da ich Geschichten schon damals liebte, habe ich es gelesen, verschlungen wahrscheinlich.
Nur die Verknüpfung mit dem heute, mit meinem eigenen Leben, die fand nicht statt.
Das kam erst viele Jahre später, zum Glück, möchte ich sagen.
Aber wie ist das heute:
brauchen wir das überhaupt noch, Hirten? Oder kann das Bild weg? Weil es überholt ist, weil wir keine Schafe sind, und schon gar keine dummen, weil uns das Bild suggeriert, dass es nichts mit unserem Leben zu tun hat und weil es "von früher" ist?
Das Hirtenbild begegnet uns in der Bibel sehr oft, im Alten wie im Neuen Testament. Aber der Vergleichspunkt ist an keiner Stelle das Schaf, das den Menschen als ein dummes unselbständiges Herdentier darstellen will. Der Vergleichspunkt ist immer der Hirte oder genauer, die Einstellung des Hirten: ist er ein Angestellter, einer, der nur seine eigene Haut rettet, wenn es gefährlich wird? Oder ist er ein Hirte, der sogar sein Leben geben würde für die, die ihm anvertraut sind?
Brauchen wir noch Hirten? Diese Frage beantwortet sich von selbst, wenn wir den Hirten als eine Person definieren, der oder die Verantwortung für andere Menschen hat. Dann sind wir als Familienmitglieder, als Freund und Freundin, als Eltern, als Lehrer, als Vorgesetzte, als Politiker, als Schiffskapitän – und ich könnte die Liste jetzt noch lange fortsetzen - Hirten.
In dem Wort Pastor/Pastorin, übersetzt Hirte, steckt das Hirtesein sogar in der Berufsbezeichnung drin. Deswegen haben wir bei der Gründung der Nordkirche auch so darum gekämpft, diese Berufsbezeichnung zu behalten.
Ein Pastor ist ein Hirte, ein Pfarrer ist jemand, der ein Pfarramt innehat. Das ist ein Unterschied.
Hirten sind Menschen, die Verantwortung für andere haben und darum sich selbst gegenüber Rechenschaft ablegen müssen, was sie antreibt und leitet.
Im Johannesevangelium wird dem guten Hirten der Mietling gegenüber gestellt, um die Unterschiede deutlich zu machen. Der Mietling kümmert sich nicht um die Schafe, weil sie ihm nicht gehören.
Etwas weiter im Text sagt Jesus: Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir...
Wir hören vielerlei Stimmen in unseren Tagen, wir hören die Stimmen der Werbung und im Moment hören wir verschiedene Stimmen von Wissenschaftlern, die sagen, wie wir uns in dieser Coronazeit verhalten sollen, die Stimmen der Politiker, die versuchen, das umzusetzen und wir hören Stimmen z.B. aus der Wirtschaft, die vehement eine Lockerung der Maßnahmen fordern. Auf wen sollen wir hören? Was sollen wir tun? Was ist wichtig und richtig?
Und: Was brauchen wir nicht nur jetzt sondern überhaupt in unserem Leben, was bringt uns Heil?
Jesus sagt: "Ich bin der gute Hirte!“. Und damit sagt er allen falschen Hirten den Kampf an und erklärt sich zutiefst solidarisch mit den ihm anvertrauten Menschen.
„Ich bin“ sagt Jesus. Nicht: „Ich möchte gerne sein“. Nicht: „Ich könnte werden, wenn ihr mich unterstützt.“ Nicht: „In mir steckt das Zeug dazu.“ Nein. Ganz einfach: „Ich bin!“.
Er sagt auch nicht: „Ich bin im Moment – bis ein anderer kommt, der größer ist. Ich bin heute – wer weiß, wo ich übermorgen bin.“ Nein, Jesus sagt ein für alle Mal: „Ich bin“, und das gilt heute genauso wie damals.
Und immer, wenn Jesus den Mund öffnet und sagt: „Ich bin“, dann wird etwas deutlich von seiner Größe, von seiner Macht, von seiner Einzigartigkeit.
So auch hier: „Ich bin der gute Hirte!“ Ich bin der, von dem der 23. Psalm redet. Ich bin der, der gekommen ist, um euer Leben in Ordnung zu bringen. Ich bin‘s. Ich, Jesus.
Und im Moment höre ich das so: Ich, Jesus, bin der, der euch in dieser schwierigen Zeit Halt gibt und an dem ihr euch ausrichten könnt, denn ich bin der gute Hirte!
Und so bleiben Sie unverzagt und guten Mutes! Gott behüte Sie heute und morgen und alle Tage!
Ihre Pastorin Uta Möhr

Herr, unser Gott,
Wir bitten heute besonders für die Menschen in Afrika in der Coronavirus-Pandemie.
Du siehst die übergroße Armut in den Slums, wo niemand Abstand halten kann und Hygienemaßnahmen kaum durchgesetzt werden können.
Sende deinen Geist der Kraft und der Besonnenheit,
damit die Menschen einander beistehen können.
Bewahre sie vor Panik und politischen Unruhen.
Wecke das Bewusstsein und die Bereitschaft der Weltgemeinschaft zu viel mehr Solidarität und viel mehr Nothilfe für die Ärmsten der Armen.
Segne Projekte und Programme, die mit Seife, Wasser und Medizin Leben retten.
Verbreite immer weiter die Einsicht, dass wir als Menschheit eine große Herde sind,
und dass wir einander brauchen, um gemeinsam durch das finstre Tal des Coronavirus zu kommen.
Leite und rufe uns, guter Hirte, mach uns zu einer Herde und vereine uns in weltweitem Beten und Handeln.
Vor dich bringen wir unsere ganz persönlichen Sorgen und Nöte und alle menschen, die uns am herzen liegen...

kerzen anz...
Wir beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Audio - Wort zum Sonntag

Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Psalm 23 gelesen von Pastorin Uta Möhr zum hören

Datum
25.04.2020
Von
Pastorin Uta Möhr
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